Syn-Evangelium
(Roman-Fassung)

Das großartige Evangelium des vollkommenen Lebens
im Schatz der unverlierbaren Liebe Jesu Christi

VIII Aufschlüsse

2. Erörterungen

Der goldene Mittelweg

zwischen Gesetzlichkeit und Gesetzlosigkeit:

Nachfolge gelingt auf dem goldenen Mittelweg
zwischen Gesetzlichkeit und Gesetzlosigkeit,
der die unverlierbare Liebe Christi weder missachtet noch missbraucht.

Jesus beschrieb die Nachfolge als eine Gradwanderung zwischen Gesetzlichkeit, welche die unverlierbare Gnade miss-achtet, und Gesetzlosigkeit, welche diese unverlierbare Gnade miss-braucht, und warnt sowohl vor dem Sauerteig der gesetzlichen Pharisäer, sowie auch vor dem der gesetzlosen Herodianer. Beide machen alles sauer.

Wie der weise König Salomo rät Jesus in Hinblick auf unsere vielen Unzulänglichkeiten infolge unseres gegenwärtig noch gegebenen inneren Zwiespalts zwischen unserem willig gewordenen Geist und unserem widerwillig bleibenden, aufsässigen Sündenfleisch, den goldenen Mittelweg zu beschreiten.

Das Gesetz ist wie ein Tragetuch: Es darf weder zu fest, noch zu locker geschnürt werden, damit das uns durch unsere spirituelle Neugeburt geschenkte göttliche Kind in uns, das identisch mit dem Christus-Kind ist, dadurch weder erwürgt wird, noch herausfallen und verloren gehen kann. Denn einer jeden geistlich wieder-erweckten Tochter-Seele ist in ihrem eigenen inwendig auferweckten Gotteskind gleichsam, wie einst der Maria, das göttliche Christuskind anvertraut worden.

Auch ein Saiten-Instrument darf weder zu fest, noch zu locker bespannt werden. Die Gnade gleicht einem Pferd, das uns ins Heil trägt. Die Zügel des Gesetzes dürfen weder zu fest, noch zu locker gehalten werden, um auf dem Rücken der Gnade zu verbleiben.

An einem Gleichnis von drei Söhnen legt Jesus dar, dass man sich am Licht der unverlierbaren göttlichen Liebe orientieren soll und darum weder über-ängstlich nur noch auf seine Füße achten darf, um ja keinen Fehltritt zu machen, worüber man das Licht aus den Augen verliert, aber auch nicht angesichts des bleibenden Lichts leichtfertig den Weg ins Dickicht äußerster Finsternis einschlagen sollte.

Jesus versuchte, das rechte Verständnis des Gesetzes und der göttlichen Thora wieder ans Licht zu bringen: Die Gebote sollen nur eine Richtschnur geben für ein gelingendes und durchwegs erfülltes Leben, sind aber keine Voraussetzung für die göttliche Liebe und Annahme. Das Gesetz ist also für den Menschen da, und nicht der Mensch für das Gesetz! Alle göttlichen Weisungen wollen lediglich eine Lebenshilfe und ein guter Ratgeber sein!

Wer nach den Weisungen der Liebe lebt, kommt dadurch ins wahrhaftige Leben. Wer aber die gut-gemeinten göttlichen Weisungen verachtet, verkennt, dass sie zum wahren Heil und Leben verhelfen. Wer erkennt, dass es Weisungen der unverlierbaren göttlichen Liebe sind, dem sind die Gebote keine Last, sondern eine Lust. Denn ein solcher erkennt, dass uns die Gebote nicht etwa gegeben worden sind, um uns zu gängeln, sondern, weil sie gut für uns sind und uns vor manchem Schaden bewahren.

Die Gottlosen aber, die von Gott noch nichts verstanden haben, halten Ihn für einen Lusttöter, der nur alle Lebensfreude rauben will. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall! Die Beachtung der göttlichen Ratschläge und Lebenshilfen bringt erst wahre Lebenserfüllung! Und wer begriffen hat, dass Jesus nichts als Liebe ist, wird auch bald einen Drang entwickeln, sein Leben in den Bereichen zu ändern, wo es not tut.

Es gilt also, weder die Bedeutung des Gesetzes, noch die der Gnade aus den Augen zu verlieren. Aber ohne Christus bekommt man sein Leben nicht wirklich in den Griff. Erst Sein unabdingbarer Zuspruch verhilft uns in unserem inneren Zwiespalt dazu, auch Seinem Anspruch allmählich mehr und mehr gerecht werden zu können.

Jesus kündigte an, dass es einstmals innerhalb der Christenheit sowohl den Missbrauch, wie auch die Missachtung und Verleugnung der göttlichen Gnade geben würde, also sowohl einen Rückfall in Gesetzlichkeit, wie auch in Gesetzlosigkeit. Dies ist das Unkraut, dass der Satan auf den Acker Gottes aussäen wird.

Darum gilt es in Hinblick auf die rechte Leitung der Gemeinden sich sowohl gegen Gesetzlosigkeit abzugrenzen, die meint, sie dürfe die grenzenlose göttliche Gnade als einen Freibrief zum hemmungslosen Sündigen missbrauchen, wie aber noch viel mehr gegen neu wieder aufkeimende Gesetzlichkeit, die Bedingungen für das Heil aufstellen will und damit die gänzlich unverlierbare Retterliebe Christi zu ausnahmslos allen verleugnet.

Hier kann eine deutliche Abgrenzung in beide Richtungen auch einmal zum Ausschluss hartnäckiger Widersetzlicher führen, die ihren Irrweg auch noch als Heilsweg propagieren.

Irrlehrer oder Verführer sollen aber nicht verfolgt und mit Gewalt ausgemerzt werden. Ausjäten und Auslese ist nicht die Aufgabe der Glaubens-Hüter. Widerstand gegen Abirrungen soll vielmehr allein durch die Verkündigung der Wahrheit geleistet werden, dass Gott alle Sünden vergibt, gleichwohl aber bei aller sicher zugesprochenen Vergebung auch züchtigt und erzieht. Dieses Schwert des Geistes, dass den Kindern Gottes nunmehr an die Hand gegeben ist, ist weit vollmächtiger als jedes fleischliche Schwert. Darum sollen wir allein das Evangelium von der göttlichen Liebe verkündigen im Vertrauen, dass diese Liebe sich immer mehr durchsetzt. Das ist unsere Mission. Widersetzliche werden sich dann ganz von selbst irgendwann absondern, weil ihnen die beständige Konfrontation mit der Wahrheit unerträglich wird.

Vergleiche: